GTD, Kanban, Scrum — Alle starten mit derselben Grundidee

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Titelbild: Mark König / unsplash.com

Der heutige Dschungel an digitalen Inhalten überfällt uns manchmal völlig unvorbereitet. Witzige, aber nutzlose Videos und ernste Fragen werden per Messenger geschickt, Emails kommen im Minutentakt, und unser Instagram-Feed erzeugt Lust darauf ein neues Rezept auszuprobieren. Selbst nach Feierabend trudeln auf unseren privaten Smartphones weiter Mails ein: Versandbestätigungen, Rechnungen und all die Newsletter, von denen wir uns nicht abmelden, sondern lieber täglich auf „Löschen“ tippen. Die meisten dieser Inhalte erreichen uns mit derselben Priorität, unsortiert und teilweise fast schon chaotisch und in ihrer Menge manchmal regelrecht überfordernd.

Doch was davon ist relevant? Auf welche Dinge sollten wir reagieren? Welche Mail ist nützlich für später, und wann entsteht echter Handlungsbedarf? Wie beurteilt man all das überhaupt?

Die Beurteilung, Kategorisierung und Einplanung von tatsächlichen Aufgaben werden in den verschiedenen Systemen unterschiedlich angegangen. Es gibt starre Systeme, es gibt flexible Systeme und es gibt Herangehensweise die nur ein Rahmenkonstrukt vorgeben und dem Nutzer ermöglichen sollen seine eigene Organisationsstruktur zu finden und zu kultivieren.

Aber einen sehr prägnanten Aspekt haben die meisten Organisationssysteme gemeinsam, nämlich den Versuch die Flut an Eindrücken, Anfragen und Inhalten zu bändigen. Dies geschieht über eine zentrale Ablage für all diese Dinge: die oft sogenannte „Inbox“.

Die Inbox — eine Kiste für alle Gedanken, Aufgaben und potentiellen Vorhaben

Das Prinzip „Inbox“ gründet auf der Annahme, dass wir alle ständig Ideen, Einfälle oder Erinnerungen haben, auf die reagiert werden sollte — nur eben nie zum gerade jetzt passenden Zeitpunkt. Hier ein paar beispielhafte Gedankengänge und ein beispielhafter, unpassender Zeitpunkt:

  • „Ich sollte morgen dringend meine Ă„rztin anrufen und nach meinem schmerzenden Ohren schauen lassen“ — Während dem GeschirrspĂĽlen.
  • „Es wäre echt toll, dieses Jahr einen Zelturlaub zu machen.“ — Während einem Spaziergang.
  • „Ich sollte noch diese Woche meine alten BlueRays auf eBay verkaufen.“ — Während dem Filmabend mit dem Partner.

Diese Liste lässt sich ewig fortführen, und den meisten werden derartige Situationen völlig bekannt vorkommen. Doch wohin mit diesen Gedanken? Auf Notizzettel? Auch hier gibt es mehrere Annahmen bezüglich des Umgangs von Menschen mit „spontanen Einfällen“:

  • Die meisten Menschen „merken“ sich diese Einfälle, um genau diese ein paar Minuten später wieder vergessen zu haben.
  • Manche Menschen „notieren“ sich diese Einfälle, meistens auf oder in was auch immer gerade herumliegt. Bereits Kinder greifen diese Methode in der Schule auf, indem sie wichtige Dinge beispielsweise auf ihrer Handfläche notieren.
  • Die meisten dieser Gedanken lassen sich kategorisieren, beispielsweise in:
    • Dinge die man irgendwann mal erledigen / erleben möchte.
    • Dinge die zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein sollten.
    • Informationen die fĂĽr eine bestimmte Tätigkeit entweder zeitnah oder irgendwann einmal relevant sein könnten.

Ihnen allen liegt die zentrale Aussage zugrunde, dass diese Gedanken zwar relevant sind, aber oft nicht in den aktuellen Moment gehören, nicht zur aktuellen Tätigkeit passen, oder einfach nur ablenken können. Daraus resultiert die Notwendigkeit diese Gedanken und Einfälle in einem Werkzeug abzulegen, dem man vertraut und dass einem ermöglicht, diese Gedanken zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal anzuschauen und sie passend zur eigenen Selbstorganisationsmethode, noch einmal kritisch zu betrachten.

Wie genau sich diese Gedanken dann aber genau organisieren, formatieren und einsortieren lassen — damit beschäftigen sich die verschiedensten Produktivitäts-Gurus seit Jahrzehnten. Meistens resultieren diese Recherchen und Überlegungen in der Geburt eines oder mehrerer Selbst-Organisationssysteme, wie beispielsweise „Personal Kanban“, „Time Blocking“, „G.T.D“ oder das „Time Sector System“, die wir an dieser Stelle aber nicht näher beleuchten wollen.

Ist dieser Gedanke überhaupt noch relevant? Was genau ist das? Kann ich mit „Garage entrümpeln“ überhaupt anfangen? Oder brauche ich nicht vorher einen Anhänger?

Genau diese Herangehensweise der „Wiedervorlage“ ermöglicht es, die eigenen Einfälle nicht nur als wertvoll zu betrachten, sondern sie auch aus Situationen, in denen sie aktuell keinen Mehrwert generieren, herauszulösen und sich dabei sicher zu sein dass sie für einen späteren, passenderen Zeitpunkt nicht vergessen werden.

Dieses Prinzip ist die „Inbox“.

Aber wie geht man mit „digitalen Gedanken“ um? Also Dingen, die uns andere Menschen per Messenger oder Email in unser Leben werfen und entwedersagen: „Erledig das!“ oder „Lies / schau das! Wichtig! Witzig! Süß! Verrückt!“

Auch diese können in einer Inbox abgelegt und später einmal betrachtet werden. Manchmal ist es genau richtig, gerade diese Inhalte nicht sofort zu konsumieren bzw. auchnicht sofort auf jede Email zu reagieren, sondern eben erst später, zu einem geeigneteren Zeitpunkt, noch einmal reflektiert sagen zu können: Ist das jetzt wirklich relevant? Will ich hierfür meine Zeit verwenden?

Eine abschließende, persönliche Anmerkung: Durch die heutige Kommunikation über Messenger wie Signal, Wire und leider auch Telegram & WhatsApp ist es Standard geworden dass Menschen sich kurzweilige Inhalte hin und her schicken mit der Erwartung das Gegenüber betrachtet und bewertet diese Inhalte. Adam Alter beschreibt in seinem Buch Irresistible dieses Verhalten mit „der Suche nach sofortiger Belohnung“ (engl. „the search for instant gratification“). Der Hauptgedanke dabei ist, dass die Sucht nach digitalen Medien das Verhalten hervorbringt sich gegenseitig Eindrücke zu schicken, um dafür Lob und Anerkennung zu ernten (engl. „social proof“). Prinzipiell heftet diesem Verhalten nichts verwerfliches an, schließlich wollen auch Links zu potentiellen Sicherheitslücken in Routern, wichtigen Nachrichten oder ähnlichem ausgetauscht werden. Ohne das eine oder andere Katzenvideo wäre die Welt auch um einiges grauer. Dennoch birgt das anhaltende Betrachten solcher kurzweiliger Inhalte große Risiken, die Adam Alter in seinem Buch wissenschaftlich erforscht und ergründet:

  • Das Entstehen einer Sucht nach digitalen Inhalten, inklusive Entzugserscheinungen.
  • Der langfristige Abbau der Konzentrationsfähigkeit.
  • Die Förderungen von unsozialem Verhalten.
  • Und weitere Beobachtungen, die ich potentiellen Lesern nicht vorwegnehmen möchte.

Wer aufmerksam die Medien betrachtet, wird feststellen, dass überhöhter Medienkonsum ein großes Problem unserer heutigen Gesellschaft ist. Mit diesem neuen Bewusstsein fällt es uns vielleicht leichter, TikTok einmal geschlossen zu lassen und zu schreiben: „Schau ich mir später an.“

Ergänzung

Instapaper auf einem iPad Air 2020
Instapaper auf einem iPad Air 2020

Read-it-later Services, wie beispielsweise Instapaper, können helfen Artikel und Links, denen man während Surf-Sessions begegnet oder die einem zugesandt werden, zu einem späteren Zeitpunkt, bei noch vorhandenem Interesse, angemessen zu betrachten. Sehr angenehm ist dabei das entfernen jeglicher Werbung und die Darstellung aller Artikel in einem einheitlichen und anpassbaren Leseformat welches meistens vom Nutzer selbst angepasst werden kann. Die meisten dieser Services bieten sogar zusätzlich die Möglichkeit Textpassagen mit einem digitalen Textmarker zu markieren.

FĂĽnf GrĂĽnde weshalb ich so schlecht bin in LOL Wild Rift

Kategorien: ~/games

Viele von uns wollen besser werden in irgendeinem Spiel. FĂĽr manche von uns heiĂźt dieses Spiel League of Legends: Wild Rift. Auch ich will besser werden. Denn ich spiele schlecht. Aktuell hohes Silber, eher niedriges Gold.

Wie kommt das?

  • Ich spiele ohne Skins. Jeder weiĂź, dass League of Legends: Wild Rift reines Pay-to-Win ist und ich ohne Skins nicht weit genug kommen kann. Insofern steht mir mein Geiz im Weg.
  • Ich helfe meinem Teammates. Dumme Idee. League of Legends war, ist, und bleibt, ein Einzelspielerspiel.
  • Ich achte auf die Mini-Map. WĂĽrde ich nicht dauernd auf diese verfluchte Karte schauen und nach dem gegnerischen Jungler Ausschau halten wäre ich nicht so vom eigentlichen Spielgeschehen abgelenkt.
  • Ich spiele auf Objectives — nicht Kills. Viele freundliche Mitspieler haben mich bereits des Ă–fteren darauf hingewiesen, aber es will einfach nicht in meinen Kopf: Gegner töten ist wichtiger als das Spiel zu gewinnen.
  • Ich chatte zu wenig. Oft habe ich das GefĂĽhl ich könnte viele Spiele noch rumreiĂźen in dem ich das Team motiviere, Streits schlichte und meine Teammates Frage wie ihr Tag heute so war.
  • Bonusgrund: Meine Champions sind nicht sexy genug. Ein schwerer Fehler. Hätten die Figuren die ich spiele größere BrĂĽste (ernsthaft, Zed, was soll das?!) wĂĽrde ich mich in meiner Männlichkeit beflĂĽgelt fĂĽhlen und deshalb besser zocken.

Ich hoffe ich kann diese Aspekte verbessern, sonst sieht es wirklich schlecht aus mit meinen Season-Rewards….

Wenn Plattformen ein schlechtes Gewissen plagt, läuft das nicht immer gut

Kategorien: ~/technologie

So sehr ich es auch begrüße, dass Plattformen wie Google Play langsam dazu übergehen Verantwortung für ihre Marktstellung zu übernehmen, so schwierig ist der faire und angebrachte Umgang mit dem Entfernen von Messengern. Wie auf Twitter veröffentlicht, wurde Element aus dem PlayStore entfernt.

Screenshot Twitter, @element_hq
Screenshot Twitter, @element_hq

Das Problem an der Sache: Element ist ein dezentraler Messenger. Das bedeutet: die Organisation, die Moderation und damit die Kontrolle von geteilten Inhalten ist völlig unmöglich. Wie also könnten die Entwickler etwas dagegen tun?

Ich freue mich, dass große Plattformen endlich Verantwortung übernehmen – aber es wird lange dauern bis eine faire Herangehensweise erarbeitet wurde.

Tabelle: Die wichtigsten Messenger, aufgeschlüsselt nach Sicherheits- und Privatsphäre-Kriterien

Kategorien: ~/technologie, ~/web

Michael Bazzell, eine sehr bekannte Koryphäe im Bereich Privatsphäre, Open Source Intelligence und Sicherheitstechnologie, hat sich die Mühe gemacht und eine ausführliche Bewertung mehrere Dienste online gestellt: https://inteltechniques.com/messaging.html 

Bei der verlinkten Website handelt es sich um reines HTML ohne Javascript.

Den Aussagen Bazzells kann großes Vertrauen entgegengebracht werden, da der Detektiv und anderem dafür bekannt ist US-Prominenten und Milliardären zu helfen “von der Bildfläche zu verschwinden”, sowohl analog als auch digital.

Sein Podcast The PRIVACY, SECURITY, & OSINT Show ist jedem sehr zu empfehlen der sich etwas stärker mit Kryptographie und Anonymität im Netz auseinandersetzen möchte.

Folgende Dienste werden verglichen:

  • Kurznachrichten
    • Confide
    • Dust
    • Jitsi
    • iMessage
    • Matrix/Element
    • Session
    • Signal
    • Sudo
    • Telegram
    • Threema
    • WhatsApp
  • Email
    • CTemplar
    • Discreet
    • Posteo
    • Protonmail
    • Tutanota
    • Sudo
  • Telefonie
    • FaceTime
    • Jitsi
    • Matrix/Element
    • Signal
    • Sudo
    • Telegram
    • Threema
    • WhatsApp
    • Wickr
    • Wire
  • Video-Telefonie
    • FaceTime
    • Jitsi
    • Matrix/Element
    • Signal
    • Sudo
    • Telegram
    • Threema
    • WhatsApp
    • Wickr
    • Wire
    • Zoom

Mini-Post: Signal Desktop funktioniert auch ohne dein Handy weiter

Kategorien: ~/iphone, ~/technologie

Eine interessante Erkenntnis stellte sich gerade ein: Die Desktop-Version des Messengers “Signal” funktioniert auch weiterhin, unabhängig vom Zustand der App auf eurem Mobiltelefon. Ich habe einen Test durchgeführt und die folgenden Schritte nachgestellt:

  • Signal Desktop installiert (macOS)
  • Mit der iPhone-App authorisiert.
  • Die App auf dem iPhone ausgeloggt.
  • Die App vom iPhone gelöscht.
  • Das iPhone in den Flugmodus versetzt.

Das Resultat? Signal Desktop bleibt weiterhin funktionsfähig und erlaubt mir das Senden und Empfangen von Nachrichten, auch ohne verbundenes Smartphone. Auch nach einem Neustart des Laptops.

Nice.

Diese Funktionalität ist bei den Konkurrenten WhatsApp & Threema schon längst überfällig.

Meine Einschätzung: WhatsApp-Statement zum europäischen Datenschutz

Kategorien: ~/technologie

Berichte zur Teilung von WhatsApp-Nutzerdaten mit den Unternehmen der Facebook-Gruppe tauchen gerade massenhaft im Netz auf, das Thema bietet Anlass zu vielen Diskussionen. Dass vor allem Europäern dieses Vorgehen aufstößt, erreicht nun auch WhatsApp, bzw. dessen Angestellte.

Am 07. Januar 2021 twittert WhatsApp-Mitarbeiterin Niamh Sweeney folgende Inhalte:

Bildschirmfoto 2021 01 08 um 11 01 04

 

Quelle: https://twitter.com/NiamhSweeneyNYC/status/1347184836323237889

Ich habe mir die verlinkten Datenschutz-Erklärungen durchgelesen und es findet sich folgende Aussage:

Bildschirmfoto 2021 01 08 um 10 54 38

Quelle: https://faq.whatsapp.com/general/security-and-privacy/how-we-work-with-the-facebook-companies

Dennoch bleibt zu befürchten, dass es sich hier um eine Formulierungssache handelt. WhatsApp teilt die Daten nicht, um Produkterlebnisse auf Facebook zu verbessern. Bezüglich dem Anlegen von Profilen und anderen Möglichkeiten der Datenerhebung bleibt das Ganze allerdings unbeantwortet.

Folgende Punkte in diesem Artikel sind dennoch weiterhin bedenklich:

  • Derzeit nutzt Facebook deine WhatsApp Account-Informationen nicht dazu, deine Produkterlebnisse auf Facebook zu verbessern oder dir interessantere Facebook-Anzeigen zu zeigen.
  • WhatsApp teilt auch Informationen mit anderen Facebook-Unternehmen, um Schutz, Sicherheit und Integrität der Facebook-Unternehmen sicherzustellen. Dazu gehört die gemeinsame Nutzung von Informationen, anhand derer Facebook und die anderen Facebook-Unternehmen feststellen können, ob ein bestimmter WhatsApp Benutzer auch andere Produkte von Facebook-Unternehmen verwendet.
  • Indem wir Informationen, wie zum Beispiel die Telefonnummer, die du bei deiner Anmeldung bei WhatsApp und bei der letzten Nutzung deines Accounts verifiziert hast, mit den anderen Facebook-Unternehmen teilen, lässt sich möglicherweise zuordnen, ob der Benutzer eines bestimmten WhatsApp Accounts auch einen anderen Dienst der Facebook-Unternehmen nutzt.
  • Dies hilft WhatsApp dabei, die Aktivitäten, die ĂĽber unseren Dienst erfolgen, noch umfassender erfassen und auch gegenĂĽber Investoren und Regulierungsbehörden melden zu können.
  • Dazu gehören unter Umständen auch die WhatsApp Benutzer, die Facebook nicht nutzen, da wir in der Lage sein mĂĽssen, Informationen zu all unseren Benutzern zu teilen, um nĂĽtzliche Dienste von den Facebook-Unternehmenerhalten und die wichtigen Ziele erfĂĽllen zu können, die in unserer Datenschutzrichtlinie und diesen FAQ näher beschrieben sind.
  • Wir stellen auĂźerdem sicher, dass sich die von uns geteilten Informationen auf dem neuesten Stand befinden, sodass, wenn du beispielsweise beschlieĂźt, deine WhatsApp Telefonnummer zu aktualisieren, diese Nummer auch von den Mitgliedern der Facebook-Familie, die sie von uns erhalten haben, aktualisiert wird.

     

Die hier aufgezählten Punkte wurden am 08.01.21 um 11:00 GMT+1 aus der verlinkten Webseite extrahiert. Bitte prüft die verlinkte Webseite selbst um eventuelle Änderungen nicht zu verpassen.

Dieser Post stellt eine leichte Verbesserung dar, eine gewisse Skepsis bleibt und was klar ist: WhatsApp bezieht sich explizit auf die Teilung von Daten zu Werbezwecken – andere Nutzarten werden explizit nicht erwähnt. Es ist unwahrscheinlich, dass ein Unternehmen wie Facebook dies nicht absichtlich macht.

Ich werde das Thema weiter verfolgen.

Vorbild sein: Sollten wir mit unseren Sprach-Assistenten freundlicher umgehen?

Kategorien: ~/kinder, ~/technologie

Vater sein bedeutet, Vorbild zu sein. Sicherlich ist das manchmal nicht einfach, öfter als gewünscht spiegelt das Verhalten der Kinder die Wahrheit: dass eben nicht alles gelingen kann.

  • Dass Erziehung durch die Vorbildfunktion nicht immer so einfach ist, wie es klingen mag.
  • Dass besonders wir Erwachsene uns vielleicht den einen anderen Gedanken in die falsche Richtung machen. 

In meinem Alltag mit den Kindern spielt aktuell das Thema “Bitte & Danke”  eine etwas stärker betonte Rolle. Und ja, ich gestehe: auch mir war das unsäglich idiotische “Wie sagt man” das erste und letzte Mal herausgerutscht — die Reaktion der Kinder kam umgehend. Ungeachtet dieses Ausrutschers möchte ich gerne mit gutem Beispiel meinen Kindern vorangehen und den beiden eben nicht vorschreiben, welchen Floskeln sie zu welchem Zeitpunkt zu sagen haben, sondern durch mein eigenes Verhalten die Werte vermitteln, die mir wichtig sind.

Neulich wurde mir an einem gemütlichen Abend ein Verhalten gespiegelt, an welches ich gar nicht gedacht hatte. Ein Kommentar, den ich so nicht erwartet hatte, der mich stark ins Grübeln brachte und den ich gerne mit den anderen Vätern und Müttern teilen möchte:

“Sag mal, findest du es nicht auch erschreckend, dass wir Menschen zueinander höflich sind, du zu [deinem HomePod Mini] Siri aber niemals Bitte und Danke sagst? Das schnappen die Kinder doch auf.“

Eine interessante Frage. Wenn ich so darĂĽber nachdenke klingen Sätze wie „Hey Siri, kannst du bitte die Lautstärke erhöhen?” oder “Hey Siri, könntest du bitte Bleed from Within spielen, wenn es dir keine Umstände bereitet?” einfach merkwĂĽrdig. 

Aber was, wenn Kinder anwesend sind? Differenzieren meine Töchter zwischen dem Umgang untereinander und mit anderen Menschen und dem Umgang mit Siri? Was ist Siri überhaupt für die beiden? Ein Lebewesen? Eine Frau am anderen Ende der Leitung?

Letztendlich ist es egal, ob Siri für meine Töchter Magie, eine Frau, die am Telefon sitzt, ein Zauberwesen oder ein Roboter ist, was im Alltag zählt, ist mein Umgang mit diesem Sprachassistent. Nicht falsch verstehen. Es geht mir nicht darum, Kindern ein Vorbild im Umgang mit Maschinen zu sein, ebenfalls geht es mir in diesem Post nicht um mediale Erziehung.

Der Sprachgebrauch ist allerdings entscheidend. Der Wunsch meinen Kindern den Mehrwert von Höflichkeit zu vermitteln, wird unterwandert, wenn ich meine Ausdrucksweise nicht anpasse. Selbstverständlich ist Siri nur eine Maschine. Aber wie bei jeder Technologie, die Menschen imitiert, muss ich mir auch hier die Frage stellen: Wie nehmen meine Kinder diese Technologie wahr?

Ich für meinen Teil werde die kommende Zeit versuchen, höflicher zu Siri zu sein. Und vielleicht regt dieser Artikel auch andere Eltern etwas dazu an, über ihren bewussten Umgang mit menschen-ähnlicher Technologie in Anwesenheit der Kinder noch einmal nachzudenken.

Meine Backup-Strategie fĂĽr diese WordPress-Website

Kategorien: ~/technologie, ~/web

Was ist der erste Schritt zu einer neuen Website, nachdem man sich fĂĽr ein CMS (Content-Management-System) entschieden hat? Dieses installieren. In meinem Fall WordPress 5.

Was ist der zweite Schritt zu einer neuen Website, nachdem man das CMS installiert hat? Ein Backup einrichten.

Backup. Backup.

Backup.

Ein Backup ist kein Backup — und zwei Backups sind ein Backup.

Was Prof. Dr. Ertel damals wiedergab, ist einer der Kernweisheiten der Informationstechnologie und sollte für jedes System gelten, mit dem man in Berührung kommt, egal ob komplexes System welches eine professionelle Anwendung findet oder privates Laptop. Genau deshalb gilt dieses Credo selbstverständlich auch für Websites.

Idealerweise arbeitet dieses Backup automatisiert, denn manuell ausgeführte Backups werden erfahrungsgemäß nicht regelmäßig genug ausgeführt.

Zusätzlich zur Automatisierung ist erstrebenswert das Backup auf ein Speichermedium genauer gesagt einen Speicherort zu legen, der unter der eigenen Kontrolle und auch dem Datenschutzrecht des eigenen Landes unterliegt. Dieser Speicherort sollte ebenfalls über automatische Backups gesichert sein. Denn wie wir alle wissen: Ein Backup ist kein Backup.


Diese Seite nutzt WordPress, welches mir ermöglicht das meiner Erfahrung nach gute Plug-in XCloner zu nutzen. Details dazu findet ihr auf der Plug-in-Seite: https://de.wordpress.org/plugins/xcloner-backup-and-restore/

XCloner ist in der Lage eine Zusammenfassung des Backups per Email zu versenden. Peace of Mind.
XCloner ist in der Lage eine Zusammenfassung des Backups per Email zu versenden. Peace of Mind.

Warum ich XCloner mag und gerne empfehle:

  • Die BenutzerfĂĽhrung ist sehr einfach gehalten und damit sehr zugänglich.
  • Es unterstĂĽtzt WebDAV, und ist damit mit Nextcloud-Instanzen kompatibel.
  • Es bietet die Möglichkeit Verzeichnisse oder einzelne Dateien vom Backup-Vorgang auszuschlieĂźen. Das ist wichtig, um sehr kleine Backups zu erzeugen, welche sich wesentlich besser archivieren lassen, da diese Archive nur das Minimum an relevanten Daten beinhalten.
  • Es bekommt recht schnell Updates, um kompatibel mit aktuellen WordPress-Versionen zu bleiben.
  • XCloner kann, falls gewĂĽnscht, ĂĽber den Status des letzten Backups per E-Mail informieren. Das ist besonders relevant fĂĽr Nutzer die mehrere WordPress-Instanzen betreiben oder betreuen.

Konfiguration von Nextcloud

Es ist wichtig für diese Backup-Vorgänge einen eigenen User in der Nextcloud Administrationsoberfläche anzulegen.

Warum?

  • Ein User-Account sollte nicht von automatisierter Software gefĂĽllt werden, da Fehlfunktionen möglicherweise groĂźen Einfluss auf diesen Account haben. Es ist eine etablierte Herangehensweise fĂĽr automatisierte Aufgaben sogenannte „technische Nutzer“ anzulegen, um den Einfluss auf produktiv genutzte User-Accounts nicht negativ zu beeinträchtigen.
  • Wird ein technischer Nutzer statt ein echter Nutzer verwendet, lassen sich dessen Zugriffsrechte besser regeln.
  • Der Nutzer wird nicht mit automatisierten Backups „zugemĂĽllt“. Wer will das schon?
  • Sowohl bei WordPress als auch bei XCloner handelt es sich um „Fremd-Software“ die selbst schadhaft sein kann, oder durch SicherheitslĂĽcken angreifbar werden könnte. Durch das Anlegen eines technischen Nutzers wird die Gefahr einer Kompromittierung der Nextcloud durch WordPress oder XCloner reduziert.

Idealerweise wird das Speicherkontingent des technischen Nutzers eingeschränkt, bei mir wäre das 1 Gigabyte.

Nachdem der technische Nutzer angelegt wurde, wird die WebDAV-URL dieses Nutzers benötigt um XCloner korrekt konfigurieren zu können. Prinzipiell ist das Format der WebDAV-Url eines Nextcloud-Nutzers nach folgendem Schema definiert:

https://<url-der-cloud>/remote.php/dav/files/<nutzername>

Alternativ kann die WebDAV-Url im Webinterface gefunden werden – dazu die Einstellungen der Nextcloud in der linken unteren Ecke einblenden.

Konfiguration von XCloner

Nachdem Nextcloud nun konfiguriert ist als nächstes XCloner an der Reihe.

Storage Locations

Im Reiter „Storage Locations“ bietet XCloner mehrere Optionen. Da sich dieser Artikel auf Nextcloud konzentriert ist der Bereich WebDAV relevant.

Eine Beispielkonfiguration für einen technischen Nutzer der Nextcloud-Instanz „https://meine.private-wolke.de“ könnte folgendermaßen aussehen:

WebDAV Base URL: https://meine.private-wolke.de/remote.php/dav/files/wordpress/
WebDAV Username: technischerNutzer
WebDAV Target Path: 
Cleanup by Age: 90
Cleanup by Quantity: 10
Cleanup by Capacity: 1024
Keep backups taken on days:

Nach einem Klick auf „Save“ sollte nicht vergessen werden die WebDAV Storage Location auch auf On zu stellen.

Im Bereich „Generate Backups“ kann man das Ganze dann testen

Reiter: Backup Options

  • Eine VerschlĂĽsselung des Backups ist nicht zwingend erforderlich, kann aber optional aktiviert werden. Da es sich beim Speicherort des Backups um eine selbst betriebene Nextcloud handelt kann davon ausgegangen werden dass sie vertrauenswĂĽrdig ist.
  • Im Feld Send to remote storage: den zuvor konfigurierten Speicherort WebDAV wählen.

Reiter: Database Options

Hier einfach alle Datenbanken auswählen die für ein Backup relevant und / oder interessant wären. Im Normalfall sollten hier alle Datenbanken gewählt werden.

Reiter: Files Options

Der Bereich Files Options böte die Möglichkeit Verzeichnisse und / oder Dateien explizit vom Backup auszuschließen.

Im Normalfall, also einer Standard-Installation sollte dies nicht notwendig sein.

Reiter: Generate Backup

XCloner bei der Arbeit
XCloner bei der Arbeit

Reiter: Schedule Backup

Dieser Reiter bietet die Möglichkeit regelmäßige Backups in einem Zeitplan zu hinterlegen. Diese Vorgehensweise ist absolut zu empfehlen, da manuell ausgeführten Backups oft eine gewisse Regelmäßigkeit fehlt.

Idealerweise einmal wöchentlich.

Das war’s! Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel weiterhelfen und aufzeigen wie einfach es sein kann automatisierte Backups der eigenen WordPress-Seite umzusetzen.

Blitznachricht: LoL: Wild Rift ist erschienen und es ist GRANDIOS

Kategorien: ~/games, ~/iphone

Da kam sie. Die Nachricht eines guten Freundes. Ein Screenshot des App-Stores, ein Download-Vorgang, welcher gerade angesprungen war. Es ist da: League of Legends: Wild Rift ist erschienen. Und es ist ein gutes Spiel.

Ein verdammt gutes Spiel.

Wer schon mal das ebenfalls grandiose Arena of Valor gespielt hat, wird sich in League of Legends: Wild Rift sofort Zuhause fĂĽhlen.

Unser guter alter Freund Garen mischt natĂĽrlich von Anfang an mit.

Folgende Punkte begeistern mich an diesem Spiel besonders:

  • Die exzellente Steuerung von Arena of Valor wurde vollständig ĂĽbernommen.
  • Das Ping-System funktioniert nach ein paar Runden sehr zufriedenstellend. Ich hätte nicht gedacht bereits nach kurzer Zeit so gezielt “Danger” und “On my way” Pings setzen zu können.
  • LoL: WR profitiert stark von der optimierten Grafik-Engine von Arena of Valor – vorausgesetzt der Spieler aktiviert in den Einstellungen “60FPS” und “Character Inking”.
  • Es ist schön zu sehen dass der gut gestaltete Helden-Bildschirm aus Arena of Valor ĂĽbernommen wurde und die aus League of Legends altbekannten Helden hier optisch noch einmal etwas in den Vordergrund gerĂĽckt werden.
Die 3D-Modelle der Champions sind schön animiert und hoch auflösend.
Die 3D-Modelle der Champions sind schön animiert und hoch auflösend.

Aber auch League of Legends: Wild Rift hat ein paar raue Kanten, die größtenteils von Arena of Valor übernommen wurden:

  • Die Minimap ist zumindest auf einem iPhone doch sehr klein.
  • League of Legends: Wild Rift ist nicht League of Legends, es fehlen beispielsweise die Inhibitoren und die Drachenseelen.
  • Der Wechsel von WiFi zu Cellular ist nicht flĂĽssig.

Alles in allem empfehlen ich, analog zu Andrea of Valor, League of Legends: Wild Rift auf einem Tablet zu spielen. Der Unterschied sind Welten.

Das initiale „Wild Rift Academy“ Event

Ebenfalls spannend dürften die InGame-Events werden, die zwar bereits von Arena of Valor bekannt sind, allerdings durch Riot Games für ihre Hauptmarke LoL erfahrungsgemäß aufgehübscht werden dürften. Den Anfang macht “Wild Rift Academy” — ein klassisches Spiel-ein-paar-Spiele-und-du-wirst-mit-Give-Aways-überschüttet-Event. Was dazu führt dass man aktuell mit Champions und Skins überschwemmt wird.

Foxfire Ahri – einer der schönsten Skins in League of Legends

Zu den aktuellen Patchnotes geht es hier.

Ich kann die Switch-Version kaum erwarten.

CU ON THE RIFT!